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Von Katzen und Medien
Neben der Angst vor der Digitalisierung gibt es in Deutschland aktuell einen weiteren Hype: den um Daniela Katzenberger. Nicht einmal Welt online ist sich zu schade für einen Artikel.
Was mich an solchen Artikeln wie z.B. denen von Welt online oder Focus trotz ihrem Griff in die unterste journalistische Schublade erheitert ist der Umstand, dass sie genau das bewirken, was sie “kritisieren” – nämlich die Anheizung des Hypes!
Auch den Großteil der Kommentare unter den o.g. Artikeln, in denen sich die Pseudo-Intellektuellen an der Katzenberger abarbeiten, halte ich für überaus putzig. Normalerweise halte ich nicht viel von der Neidargumentation, weil damit jede Auseinandersetzung totgeschlagen werden kann. In diesem Fall aber kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es der pure Neid ist, der diejenigen, die sich als etwas Besseres dünken, ins rhetorische Klo greifen lässt.
Ihnen hat die Katzenberger nicht nur eines voraus: sie setzt niemanden herab, um sich selbst zu erhöhen! Sie nimmt sich selbst nicht so wichtig, sondern lediglich die Chance wahr, die ihr diejenigen bieten, die – in meinen Augen äußerst unprofessionell – über sie ablästern: die Medien.
In erster Linie nimmt sie immer sich selbst aufs Korn. Sie kennt ihre Schwächen und macht sich selbst darüber lustig. Meines Erachtens eine der wichtigsten Ursachen für ihren Erfolg und eine Eigenschaft, die so manchem “Weltstar”, Journalisten und Auf-die-Unterschicht-Herabblicker gut zu Gesicht stünde.
Wie lange das Phänomen “Katze” anhält, ist völlig irrelevant: so lange es anhält, macht sie das Beste daraus und damit alles richtig!
Interview
Samstagnachmittag auf der Post eine Schlange, die sich bis hinaus in die Neukölln-Arkaden windet. In den Eingangsbereich wurde ein weißer Plastiktisch gestellt, an dem eine Dame mittleren Alters lehnt. Als ich mich dazu lehne, um während der langen Wartezeit meine Füße etwas zu entlasten, stellt sich heraus, dass es gar keine Kundin ist. Es ist eine sogenannte Interviewerin. Sie weist mich darauf hin, dass dies ihr Tisch sei, der nicht zum Auflehnen der Kundschaft gedacht sei – jetzt nehme ich auch das Dingens mit den Fragebögen wahr, das vor ihr liegt – sie würde aber eine Ausnahme machen, wenn ich ihr dafür ein paar Fragen beantworte. O.k. – was tut man nicht alles, um sein Anlehnungsbedürfnis zu befriedigen.
Die erste Frage allerdings lässt mich schon zusammenzucken: “Wie zufrieden sind Sie mit dieser Filiale?” Angesichts der nicht wirklich kürzer werdenden Schlange vor den drei von sechs besetzten Schaltern finde ich es nahezu mutig, diese Frage zu stellen. Meinen dahingehenden Einwand beantwortet die freundlich lächelnde Interviewerin allerdings mit dem Argument, dass die Filiale dafür aber bis abends geöffnet sei. Das sei immerhin nicht die Regel. Diesem Argument kann ich mich nicht entziehen und beantworte die Eingangsfrage also mit einem klaren “Jein”.
Nachdem wir diese Klippe erfolgreich umschifft haben, stellt mich die nächste Frage aber schon wieder vor einen Gewissenskonflikt: “Würden Sie diese Filiale weiterempfehlen?” Erschien mir die erste Frage noch mutig, mutet die zweite Frage schon fast dreist an. Ist doch diese Filiale die einzige weit und breit. Die logische Schlussfolgerung, hilft mir die interviewende Dame auf die Sprünge, wäre also ein “Ja”. Auch dieser Logik habe ich in der Konsequenz nichts entgegen zu setzen.
Und allmählich dämmert mir, dass die freundlich lächelnde Interviewerin den Bogen raus hat, mit allen postalischen Wassern gewaschen und mir argumentativ weit überlegen ist. Diese Feststellung und der Umstand, dass mein Anlehnungsbedürfnis gestillt ist, lassen mich ebenfalls lächelnd für das Gespräch danken, mich wieder in die Warteschlange einreihen und dabei dankbar sein, dass die Filiale bis abends geöffnet hat.
Sommergedicht
Es war im warmen Sommerregen,
als ich zum ersten Mal sie küsste
und sie dann fragte, ob sie wüsste
wie süß ihr Erdbeermund doch schmeckt.
Kurz darauf schien die Sonne wieder.
Sie strahlte mit ihr um die Wette
und fragt, ob ich ne Ahnung hätte,
wie das denn noch zu toppen sei.
Drauf sprach ich – phantasiebegabt:
“Ich weiß es nicht, jedoch ich ahne -
zum Erdbeerschmaus gehört auch Sahne.
Lass mich Dein Sahnespender sein.”
Die Tücken des Onlinekaufs
Ja… so, wie alles seine Vor- und Nachteile hat, so eben auch der Einkauf im Internet.
Aktuelles Beispiel: mein neu erworbener (erworbenes? Ich weiß immer noch nicht, ob es der oder das heißt) Wok.
Auf dem Bild mutete es nicht gerade gigantisch, aber auch nicht gerade klein an. Und 30 cm im Durchmesser, dachte ich so als unerfahrene Wokerin, sollten eigentlich ausreichen.
Gestern nun hielt ich das gute Stück in Händen – und wollte meinen Augen nicht trauen. Hätte ich noch kleine Kinder, wäre das Teil in der Puppenküche gut aufgehoben gewesen. Aber so… nenne ich es liebevoll das/den “Abspeck-Wok”. Wegen der winzigen Portionen, die darin Platz finden.
Und beim Kochen damit habe ich immer ein fröhliches Lied auf den Lippen: “Das sind nicht dreißig Zentimeter, nie im Leben kleiner Peter…”.
;o)
Das kommt davon
Überraschender Weise hatte mich meine Nachbarin letzten Freitag gebeten, während ihres Urlaubs die Blumen und Balkonpflanzen zu gießen. Mach ich doch gern… das sollte ja trotz meines berühmten gelben Daumens ohne pflänzliche Opfer über die Bühne gehen.
Heute abend öffne ich also Nachbarinnens Wohnungstür und – höre ein Radio dudeln. Also verharre ich im Flur und schicke ein vorsichtiges “Hallooooo???” statt meiner in die Wohnung. Ein Rascheln und Ruscheln bestätigt mich in der Annahme, dass sich jemand in der Wohnung aufhält. “Ich wollte nur die Blumen gießen…” setze ich gerade nach, da wird langsam eine Zimmertür geöffnet. Ein junger Kerl, halbnackt, die Jeans noch zuknöpfend, schwarze Locken, Drei-Tage-Bart, behaarte Brust schiebt sich in den Flur. Wow! Was ein Appetithappen.
Hurtig und möglichst unauffällig den Sabber hinunterschluckend wiederhole ich meine Ansage. Er schaut mich mit seinen großen braunen Reh-Augen fragend an: “Do you speak english?”. Oh shit! Was, um alles in der Welt heißt Blumengießen auf englisch??!! Ich also: “Oh! Sorry! My english are worse… Wait a moment… Öhm… I woud like to…. Neee… I… O.K., anders… Du you put water of the flowers, o.k.?!
Ursache und Wirkung
Da las ich heute die anrührende Geschichte, dass Will Smith mit zwölf Jahren eine Lektion fürs Leben lernte, als sein Vater eine Backsteinmauer einriss und seinen Söhnen den Befehl gab, sie wieder aufzubauen.
Das erinnerte mich sofort an meine eigene Kinderzeit, in der mein Vater alle Klamotten aus allen Schränken riss, in der Mitte des Zimmers zu einem wüsten Berg aufschichtete und uns Kindern dann den Befehl gab, sie wieder einzuräumen.
Bedauerlicherweise hatte diese Lektion nicht den gleichen Effekt, wie der Wiederaufbau einer Mauer.
Und was sagt uns das?
Isch abe keine Ahnung…
Extrem schön (?!)
Da bin ich doch gestern beim Zappen auf RTL II hängengeblieben.
Ja, ja – ich weiß… selbst schuld… und auch nicht wirklich überraschend, dass sich bei dem, was man da zu sehen und zu hören bekommt, die Nackenhaare aufstellen und die Fußnägel aufrollen.
Wie dem auch sei, in dieser Soap? Show? was auch immer werden Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Gebrechen in Form von zu kleinen Brüsten, zu viel Bauch etc. bisher nur dahinvegetierten, per Schönheits-OP zu Normalos gefrickelt. Ach nee, die Sendung heißt ja “Extrem schön”! Sie werden also zu extrem schönen Menschen umgestaltet und können nach ihrer Fertigstellung dank ihres nun vorhandenen Aussehens und dem damit verbundenen Selbstbewusstseinsschub endlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Ich finde es ja anerkennenswert, dass unser Privatfernsehen mal wieder für die Unterprivilegierten in die Bresche springt! Allerdings gibt es bei all dem Positiven auch kleine Wermutstropfen. Da wurde zum Beispiel ein kleines Mädchen der Verunsicherung anheim gegeben, weil es seine Mutter nach deren Fertigstellung nicht wiedererkannte. Zitat: “Die Frau kam mir irgendwie bekannt vor, aber ich wusste nicht, wer sie ist.” Dramatisch!
Und der Trulla, die sich – ich zitiere wieder – “bisher schämte, mit ihrer Schwester raus zu gehen, weil die optisch nichts hermachte”, hätte ich zwecks Förderung des Denkvermögens einen Schlag auf den Hinterkopf gegeben. Aber jeder entblödet sich halt, so gut er kann.
Nun ja… vermutlich ist es ja auch nur der Neid, der da aus mir spricht, weil ich nicht zu den Menschen gehöre, die extrem schön sind…
